Die wahnsinnig lange Nacht der Mathematik 2010
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WAHNSINNIG LANGE NACHT DER MATHEMATIK 2010
Michael Schuler, 18.12.2009
„Die Mathematiker sind eine Art Franzosen - …“
Diesen Vergleich zog vor ca. 250 Jahren der wohl bekannteste deutsche Literat. Aber betrachten wir dieses Zitat bis zum Ende. Goethe fährt fort: „…redet man zu ihnen, so übersetzen sie es in ihre Sprache, und dann ist es alsbald etwas anderes.“ Mathematiker scheinen demnach über eine eigene Sprache mit einem ihnen eigenen Verständnis zu verfügen, welches allerdings für den Normalbürger wie ein Buch mit sieben Siegeln erscheinen mag. Dass dem allerdings nicht so ist, dazu müssen echte Mathematiker einen Beweis erbringen. Diesen Nachweis tritt die Schulgemeinschaft der Marienschule in der Woche vom 25. bis zum 28.Januar 2010 an.

Erstmalig in diesem Jahr bietet der Fachbereich Mathematik drei Kinoabende an. In Zusammenarbeit mit dem Filmhaus Saarbrücken werden drei bekannte Filme mit mathematischen Inhalten zu sehen sein. Den Auftakt macht dabei am Montag, den 25.01.2010 der 2001 Oscar prämierte Kinofilm „A beautiful mind“, welcher sehr eindrucksvoll das Leben und Werk des amerikanischen Mathematikers John Nash nachzeichnet, der für seine Arbeiten in der Spieltheorie 1994 mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet wurde. John Nash wird in diesem Jahr 82 Jahre alt und besucht noch regelmäßig den Campus der Universität Princeton/USA

Am Dienstag, den 26.01.2010, erwarten uns dann Matt Damon und Robin Williams in dem Film „Good Will Hunting“. Der Raumpfleger Will Hunting löst abends in der Universität die von Fieldsmedalliengewinner Gerald Lambeau für seine Studenten formulierten Aufgaben. Er bietet dem Vorbestraften als Alternative zum Strafvollzug ein Sozialisierungsprogramm an, das eine psychologische Betreuung einschließt. Lambeau hat vor, Will möglichst bald eine lukrative Stellung in Forschung oder Industrie zu vermitteln, die seinen Fähigkeiten entspricht – jedoch nicht ohne Komplikationen

Zum Abschluss unserer Filmreihe entführen wir Sie am Mittwoch, den 27.01.2010 in die Welt des Glücksspiels. Prof. Rosa (Kevin Spacey), Professor für Mathematik am MIT in Boston, hat ein System für Black Jack entwickelt, mit dem er und fünf seiner brillantesten Studenten die Banken der Casinos in Las Vegas knacken. Die auf einer wahren Begebenheit beruhende Geschichte besticht durch ihr Tempo, ihre Spannung und das unerwartende Ende. Alle Filme beginnen jeweils um 18.30 Uhr.

Höhepunkt der Woche bildet die „wahnsinnig lange Nacht der Mathematik“. Wie bereits in den Jahren 2006 und 2008 kommen Schülerinnen und Schüler, Eltern und Großeltern, Lehrer und Freunde der Marienschule – kurz Mathematiker und Nicht-Mathematiker – am Vorabend vor den Halbjahreszeugnissen in der Marienschule zusammen, um Mathematik einmal so zu erleben, wie sie eigentlich ist – nämlich spannend und abwechslungsreich, interessant und anwendungsorientiert, manchmal auch ein bisschen kurios, aber in jedem Fall unterhaltend. So soll es auch im Jahr 2010 sein

In die Welt der Mathematik begleiten werden uns in diesem Jahr Prof. Dr. Rainer Roos (FH Karlsruhe), der uns in die Geheimnisse des Kopfrechnens einweihen wird. Die Gäste sind bereits an dieser Stelle aufgefordert, einen Taschenrechner zur Hand zu haben. Aber seien Sie versichert – Herr Roos wird schneller sein. Ob man Telefonnummern jonglieren kann, darauf wird uns Klaus Schindler eine Antwort geben. Dazu wird er nicht nur auf mathematische, sondern auch auf artistische Methoden zurückgreifen.

Prof. Dr. Anselm Lambert (Universität des Saarlandes) wird uns Mathematik als Wissenschaft von Mustern und Strukturen vorstellen. Wie viel Mathematik man benötigt, bis eine virtuelle Welt entsteht – darüber wird Prof. Dr. Philipp Slusallek (Universität des Saarlandes) referieren. Moderne Animationsfilme, dreidimensionale Visualisierungen oder virtuelle Rundgänge kommen nicht ohne die Technik des Ray Traycing aus.

Prof. Dr. Hans Schupp (Universität des Saarlandes) gratuliert der Marienschule zum 60.Geburtstag. Er wird uns Wissenswertes über die Zahl 60 vorstellen. Michael Schuler (Marienschule) fasst in seinem Beitrag die wohl bekannteste Zahl überhaupt – π – ins Auge. Natürlich kennt jeder das Verhältnis von Umfang zu Durchmesser des Kreises, aber was hat π mit biblischen Tempeln, amerikanischen Bundesstaaten und der Länge von Flüssen zu tun? Antworten auf diese und weitere Fragen werden an diesem Abend gegeben werden. Den Abschluss der Vortragsreihe wird Prof. Dr. Enrico Lieblang (HTW Saarbrücken) gestalten. Er wird erläutern, welche Rolle die mathematische Statistik in der Spracherkennung spielt.

Umrahmt wird diese Vortragsreihe wie bei den vergangenen Auflagen der langen mathematischen Nächte durch Ausstellungen (z.B. „Mathematik auf Briefmarken“, „Mathematik auf Münzen und Scheinen“), Workshops (z.B. der ROBERTA-Workshop von Frau Prof. Dr. Lehser von der HTW Saarbrücken für Mädchen der Klassenstufe 7), einen mathematischen Wettbewerb und natürlich die kulinarischen Rückzugsräume „Café Algebra“ der Jahrgangsstufe 12 und das „Chez Pythagoras“ der Elternvertretung.

Dass Goethe mit seinem Vergleich der Mathematiker mit den Franzosen ein bisschen Recht hat, wollen wir nicht bestreiten. Sicher Unrecht aber hat mit den Worten „Mit Mathematikern ist kein heiteres Verhältnis zu gewinnen.“ Wir werden ihm das Gegenteil beweisen

Die Schulgemeinschaft dankt der Sparkasse Saarbrücken, deren treue Unterstützung eine besondere Woche im Kalender der ermöglicht hat.
© Marienschule, Hohenzollernstraße 59a, 66117 Saarbrücken